Abu Simbel
Das Tor zu den Schätzen des Nils und der nubischen Welt
Abu Simbel
Abu Simbel ist einer der spektakulärsten Orte am Nil und ein Höhepunkt jeder Ägyptenreise. Die monumentalen Felsentempel liegen am südlichen Nil, rund 280 Kilometer von Assuan entfernt, und ziehen Besucher aus aller Welt an. Schon beim ersten Blick auf die kolossalen Statuen spürt man die Kraft und den Ehrgeiz der Pharaonen, die hier ihre Macht verewigt haben.
Neben der antiken Bedeutung ist Abu Simbel auch ein Beispiel moderner Ingenieurskunst. In den 1960er-Jahren wurden die Tempel aufwendig an einen höheren Standort versetzt, um sie vor dem steigenden Wasser des Nassersees zu retten. Heute gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind ein Muss für alle, die Ägypten authentisch erleben möchten.
Abu Simbel – Monumente der Macht am Nil
Abu Simbel liegt rund 280 Kilometer südlich von Assuan nahe der sudanesischen Grenze am Nassersee. Die Anlage besteht aus zwei Felsentempeln, die im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Ramses II. errichtet wurden. Die Anreise von Assuan erfolgt meist mit dem Fahrzeug in den frühen Morgenstunden oder per Inlandsflug. Auf dem Landweg dauert die einfache Fahrt etwa drei Stunden, sodass die Abfahrt häufig noch vor Sonnenaufgang erfolgt. Wer Abu Simbel auf einer Individualreise besucht, sollte deshalb einen entsprechend frühen Start einplanen und bedenken, dass für Hin- und Rückfahrt allein mehrere Stunden benötigt werden.
Der Große Tempel von Ramses II.
Der Große Tempel ist Ramses II. gewidmet. Vier rund 20 Meter hohe Sitzstatuen des Pharaos flankieren den Eingang und prägen die Fassade. Dahinter führt ein gerader Gang durch das Felsinnere bis zum Sanktuar, in dem Amun-Re, Re-Harachte, Ptah und Ramses II. nebeneinander dargestellt sind. Die Darstellung des Königs gemeinsam mit den Göttern gehört zu den Besonderheiten des Tempels und macht deutlich, welche Stellung Ramses II. für sich beanspruchte. Für den Besuch beider Tempel sollten mindestens 60 bis 90 Minuten vorgesehen werden; wer die Reliefs und die Architektur genauer betrachten möchte, benötigt entsprechend mehr Zeit.
Besonders bekannt ist die Ausrichtung des Großen Tempels. Zweimal im Jahr, ungefähr am 22. Februar und 22. Oktober, reicht das Sonnenlicht bis in das Sanktuar und beleuchtet drei der vier dort sitzenden Figuren. Diese Tage sind für viele Besucher besonders interessant und entsprechend stärker frequentiert. Wer Abu Simbel zu einem dieser Termine besuchen möchte, sollte die Reise frühzeitig planen.
Der Tempel der Nefertari
Der kleinere Tempel ist der Göttin Hathor und Nefertari, der Gemahlin Ramses’ II., gewidmet. An der Fassade stehen sechs große Figuren, jeweils vier von Ramses II. und zwei von Nefertari. Bemerkenswert ist, dass Nefertari dabei nahezu so groß dargestellt wird wie der Pharao. Im Inneren finden sich Reliefs, die Hathor, Nefertari und Ramses II. zeigen. Der Tempel ist deutlich kleiner als der Große Tempel, lässt sich aber gut mit diesem zusammen besichtigen.
Verlegung der Tempel in den 1960er-Jahren
Mit dem Bau des Assuan-Hochdamms drohten die Tempel von Abu Simbel im entstehenden Nassersee zu verschwinden. Zwischen 1964 und 1968 wurden die beiden Anlagen deshalb im Rahmen einer internationalen, von der UNESCO unterstützten Rettungsaktion in einzelne Blöcke zerlegt und rund 65 Meter höher wieder aufgebaut. Der heutige Standort liegt damit nicht mehr an der ursprünglichen Stelle. Die Tempel wurden jedoch so zusammengesetzt, dass ihre ursprüngliche Ausrichtung und ihr Erscheinungsbild weitgehend erhalten blieben.
Organisation des Besuchs
Die meisten Ausflüge von Assuan beginnen sehr früh am Morgen. Das hat nicht nur mit der langen Fahrt zu tun: In den ersten Stunden des Tages sind die Temperaturen angenehmer und meist auch weniger Besucher vor Ort. Ab dem späten Vormittag wird es deutlich heißer, während es rund um die Tempel nur wenig Schatten gibt. Abu Simbel selbst ist vor allem wegen der beiden Tempel das Ziel der Reise; weitere Sehenswürdigkeiten gibt es in unmittelbarer Umgebung nur wenige. Am Besucherzentrum stehen einige gastronomische Angebote und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung.
Ein Tagesausflug von Assuan ist die häufigste Variante. Wer mehr Zeit hat oder die lange Hin- und Rückfahrt an einem Tag vermeiden möchte, kann auch eine Übernachtung in Abu Simbel einplanen. Das ist besonders bei einer individuell zusammengestellten Reise interessant, wenn die Route nicht an den festen Ablauf einer Nilkreuzfahrt gebunden ist.
Für wen eignet sich Abu Simbel?
Abu Simbel ist vor allem für Reisende interessant, die sich für die altägyptische Architektur und die Herrschaftszeit Ramses’ II. interessieren und dafür eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Wer Abu Simbel besucht, verbringt einen großen Teil des Tages mit der An- und Rückreise und sieht vor Ort im Wesentlichen die beiden Tempel. Für viele Ägyptenreisende gehört der Besuch trotzdem zu den Höhepunkten einer Reise nach Oberägypten, gerade weil die Tempel mit ihren gewaltigen Fassaden und ihrer ungewöhnlichen Geschichte einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
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